Von Pont-á-Mousson nach Dieulouard (18. Juni 2011)
Nach dem Frühstück checken wir im Hotel aus und begeben uns direkt zum Bahnhof. Der liegt nur rund fünfhundert Meter von unserer Unterkunft entfernt. Wir müssen nicht lange warten bis unser Zug nach Pont-á-Mousson einfährt. Nach einer Viertelstunde erreichen wir bereits unser Ziel. Durch meine etwas länger gewordene gestrige Etappe stehen für heute nur elf Kilometer an. Auf dieser Strecke möchte Jörg testen, ob seine Füße nach einem Tag Pause wieder belastbar sind. Zunächst bringen wir unser Gepäck in das für diese Nacht ausgewählte Enzo Hotel, das cirka zwanzig Minuten vom Bahnhof entfernt auf der anderen Moselseite liegt. Unterwegs holen wir uns im Touristoffice einen Stempel für den Pilgerausweis. Eigentlich sind wir viel zu früh im Hotel, bekommen aber nach einer kurzen Wartepause trotzdem unseren Schlüssel. Die Rezeption befindet sich unmittelbar im zugehörigen Restaurant, das mit Formel 1-Utensilien ausgestattet ist. Blickfang ist dabei der Bolide und der Rennanzug von Adrian Sutil aus der vergangenen Saison.
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Von Metz nach Pont-á-Mousson (17. Juni 2011)
Heute werde ich alleine laufen. Jörg möchte sich lieber ausruhen und seine Füße nicht zu sehr belasten. Morgen will er dann versuchen, wieder dabei zu sein. Bevor es losgeht, nehmen wir zwei Stockwerke tiefer unser Frühstück ein. Es gibt hier im Hotel kein Frühstücksbüffet, jeder Gast bekommt ein Tablett auf den Tisch gestellt. Darauf befindet sich ein Kännchen Kaffee, Kakao oder Tee, ein Brötchen, ein Croissant und ein Schokocroissant. Dazu gibt portioniert Butter, Honig und Marmelade. Auf den ersten Blick erscheint das sehr spärlich, aber nachdem alles vertilgt ist, macht sich doch ein Sättigungsgefühl breit. Wir gehen wieder in unser Zimmer und ich packe meinen Rucksack ein. Heute brauche ich nicht so viel einpacken, nur das Nötigste. Am Abend werde ich nämlich von meinem Etappenziel mit der Bahn nach Metz zurück fahren, da wir eine weitere Nacht in Metz verbringen werden.
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Von Kédange-sur-Canner nach Metz (16. Juni 2011)
Es ist gerade einmal 6:45 Uhr. Jörg und ich sind bereits wach. Also machen wir uns fertig. Es schadet nichts, wenn wir etwas früher losgehen, denn bis Metz ist es eine etwas längere Etappe. Das Frühstück ist nicht zu beanstanden. Es gibt Brötchen, Croissants, Kaffee, Milch, Tee und den üblichen Belag. Wir genießen das Frühstück und lassen uns Zeit. Anschließend verpacken wir unsere Sachen, Jörg kümmert sich noch um seine Füße. Wir hatten uns schon überlegt, ob wir die heutige Strecke etwas abkürzen sollten. Wir wären dann mit einer Eisenbahn, die nur noch für Touristen fährt, von Hombourg nach Vigy gefahren. Leider geht das nur an Sonn- und Feiertagen. Derweil checke ich uns aus und bekomme auch hier einen tollen Jakobsweg-Stempel. Bevor wir Kédange-sur-Canner verlassen, schauen wir uns die gegenüber dem Hotel liegende Kirche ab. Die war gestern Abend bereits verschlossen. Nach ein paar besinnlichen Minuten verlassen wir den Ort endgültig. Heute soll es gemäß Wettervorhersage nicht so toll werden. Das bekommen wir an der nächsten Ecke auch schon zu spüren, denn es beginnt leicht zu regnen. Wir sind aber zum Glück gut ausgerüstet und so kommen unsere Ponchos zu ihrem ersten Einsatz. Wir werden sie auf unserem Weg nach und durch Hombourg eine gute Stunde lang über unsere Körper und Rucksäcke tragen.
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Von Schengen nach Kédange-sur-Canner (15. Juni 2011)
Wir haben heute Nacht sehr sauerstoffreich geschlafen, denn wir ließen die Tür zur Terrasse geöffnet. Trotzdem haben wir nicht sehr gut geschlafen und sind schon recht früh wach. Vielleicht liegt das auch am Vollmond, den man gestern noch gut beobachten konnte. Wir packen jedenfalls unsere Sachen zusammen, die gestern gewaschene Bekleidung ist schon wieder trocken. Eine Ausnahme bilden meine Socken, die klemme ich an der Außenseite des Rucksackes in einer Schlaufe fest. Da können sie dann unterwegs trocknen. Zunächst steht das Frühstück an. Das Büffet ist nicht sonderlich groß, aber deckt doch alle Bedürfnisse ab. Es gibt zwar keine Brötchen, sondern Brot, aber das finde ich gar nicht mal so dramatisch. Nach dem Frühstück checken wir schon einmal aus und überraschenderweise bekommen wir an der Rezeption sogar einen Stempel mit Jakobswegmotiv. Wir gehen noch einmal auf unser Zimmer, ziehen die Wanderstiefel an und schultern die Rücksäcke. Um 9:15 Uhr stehen wir vor der Jugendherberge zum Abmarsch bereit.
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Von Merzkirchen nach Schengen (14. Juni 2011)
Nun ist der Tag endlich gekommen, an dem ich meinen Jakobsweg in Richtung Santiago fortsetzen möchte. Diese Mal gehe ich nicht alleine, Jörg aus dem Odenwald wird mich begleiten. Wir kennen uns von den Pilgerrüstzeiten der evangelischen Militärseelsorge Koblenz und Mainz, sind dabei schon dreimal dabei gewesen. Im vergangenen Jahr hatten wir ausgemacht, den Weg nach Frankreich hinein gemeinsam zu gehen. Jörg kommt gegen 9:15 Uhr in Koblenz an und kurz darauf gehen wir zum Bahnhof. Wir fahren mit dem Zug über Trier nach Saarburg, von dort mit dem Bus nach Merzkirchen. In Saarburg müssen wir in einen Bus umsteigen. Nach einigem Herumfragen, wo denn die betreffende Haltestelle sei, finden wir uns am Schulzentrum ein und warten. Wir warten vergebens, denn es kommt kein Bus. Jörg ruft die auf dem Fahrplan angegebene Nummer an. Hier wird uns sehr nett geholfen. Der Bus hätte wegen einer Baustelle keine Möglichkeit gehabt, die Haltestelle anzufahren. Man würde uns aber einen Kleinbus vorbeischicken, der uns dann zu unserem Ziel bringe. So geschah es dann auch. Nur wenige Minuten später sitzen wir in einem Neunsitzer und werden nach Merzkirchen gefahren.
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Von Trier nach Merzkirchen (7. Juli 2010)
Auch heute habe ich nicht so gut geschlafen. Am späten Abend haben Jugendliche im Haus einen Heidenlärm gemacht, sodass es mir zunächst schwer fiel, einzuschlafen. Nachts bin ich öfter aufgewacht und habe beschlossen, vor dem Frühstück zum Gottesdienst zum Dom zu gehen. Auf dem Weg dorthin werden auf dem Marktplatz schon die ersten Stände aufgebaut, Blumen oder Obst könnte ich bereits kaufen. Um kurz vor sieben Uhr betrete ich den Dom. Es sind alle Portale weit geöffnet, einige Menschen sind bereits auf den Beinen und in Gebete vertieft. Der Gottesdienst findet in der Ostkrypta direkt unter dem Hochaltar statt. Ich muss also den ganzen Dom durchqueren. Neben dem Marienaltar führt eine Treppe in die Krypta hinab. Bevor ich diese nutze, entzünde ich für meine Familie noch ein paar Opferkerzen.
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